Discussion:
Gesichtfilmen von DEMO-Teilnehmern eine Straftat?
(zu alt für eine Antwort)
Thomas Homilius
2018-08-20 19:17:08 UTC
Permalink
Ein Demo-Teilnehmer behauptet, dass das Filmen seines Gesichtes eine
Straftat waere und hat das betreffende Kamerateam bei der Polizei
angeschwaerzt.

So eine Straftat ist mir nicht bekannt, ich wuerde hier nur u.U. einen
zivilrechtlichen Verstoss gegen das Personlichkeitsrecht sehen.


Zitat:
"#Pegidawirkt - Sächsische Polizeibeamte machen sich zur Exekutive von
#Pegida / #AfD -Anhängern und behindern TV-Team, das für @ZDF @Frontal21
dreht. Hier ein Auszug, die polizeiliche Maßnahme dauerte ca. 45 min.
Zeitungskollegen aus #Dresden berichten von ähnlichen Vorfällen."
<https://mobile.twitter.com/GKDJournalisten/status/1030618683465523200>
vom 18. Aug. 2018
(siehe verlinktes Videao)
--
E-Mail: ***@gmail.com | GPG-Key: 0xA5AD0637441E286F
http://pgp.mit.edu/pks/lookup?op=get&search=0xA5AD0637441E286F
Werner Holtfreter
2018-08-24 16:06:08 UTC
Permalink
Post by Thomas Homilius
Ein Demo-Teilnehmer behauptet, dass das Filmen seines Gesichtes
eine Straftat waere und hat das betreffende Kamerateam bei der
Polizei angeschwaerzt.
So eine Straftat ist mir nicht bekannt, ich wuerde hier nur u.U.
einen zivilrechtlichen Verstoss gegen das Personlichkeitsrecht
sehen.
Wie soll der Verstoß verhindert werden, wenn nicht mit Hilfe des
Strafrechts?
Post by Thomas Homilius
"#Pegidawirkt - Sächsische Polizeibeamte machen sich zur Exekutive
dauerte ca. 45 min. Zeitungskollegen aus #Dresden berichten von
ähnlichen Vorfällen."
<https://mobile.twitter.com/GKDJournalisten/status/1030618683465523200>
Post by Thomas Homilius
vom 18. Aug. 2018 (siehe verlinktes Videao)
Hier liest man:

| Bei öffentlichen Versammlungen wie Demonstrationen könnten
| Kamerateams und Fotografen grundsätzlich Aufnahmen anfertigen,
| ohne die Einwilligung Einzelner einholen zu müssen.
|
| Einzelne Demonstranten in Großaufnahme im Rahmen von
| Medienberichterstattung zu zeigen, sei aber nur dann möglich, wenn
| es sich um Organisatoren handele – oder um Personen, die durch ihr
| Verhalten besonders auffallen.

www.morgenpost.de/politik/article215162109/Duerfen-Reporter-einfach-Teilnehmer-einer-Demo-filmen.html

Danach war es jedenfalls rechtswidrig, denn durch sein Verhalten ist
der Mann nicht aufgefallen. Sein Protest gegen die Aufnahme kann
man nicht dazu zählen, denn das war eine Folge der fortgesetzten
Aufnahme.
--
Gruß Werner|Der Totalitarismusbegriff bezeichnet politische Systeme,
in denen es zum Machtbesitz einer privilegierten politischen Klasse
keine legitime politische Alternative z.B. die AfD, geben darf.
https://vera-lengsfeld.de/2018/07/20/ungehorsam-und-das-recht-auf-widerstand
Detlef Meißner
2018-08-24 16:46:30 UTC
Permalink
Post by Werner Holtfreter
Danach war es jedenfalls rechtswidrig, denn durch sein Verhalten ist
der Mann nicht aufgefallen. Sein Protest gegen die Aufnahme kann
man nicht dazu zählen, denn das war eine Folge der fortgesetzten
Aufnahme.
Blödsinn!
Er kam ja erst aus der Menge hervor und hat sich groß ins Bild gedrängt.
Es wurde ihm gesagt, er solle doch einfach wieder zurück gehen. Hat ihm
nicht gefallen.
Und was du meinst, was man nicht dazu zählen kann, ist völlig
irrelevant. Da ist ein Fliegenschiss noch bedeutender.

Detlef
Thomas Homilius
2018-08-25 11:41:53 UTC
Permalink
Post by Werner Holtfreter
| Bei öffentlichen Versammlungen wie Demonstrationen könnten
| Kamerateams und Fotografen grundsätzlich Aufnahmen anfertigen,
| ohne die Einwilligung Einzelner einholen zu müssen.
|
| Einzelne Demonstranten in Großaufnahme im Rahmen von
| Medienberichterstattung zu zeigen, sei aber nur dann möglich, wenn
| es sich um Organisatoren handele – oder um Personen, die durch ihr
| Verhalten besonders auffallen.
www.morgenpost.de/politik/article215162109/Duerfen-Reporter-einfach-Teilnehmer-einer-Demo-filmen.html
Danach war es jedenfalls rechtswidrig, denn durch sein Verhalten ist
der Mann nicht aufgefallen. Sein Protest gegen die Aufnahme kann
man nicht dazu zählen, denn das war eine Folge der fortgesetzten
Aufnahme.
Wobei die Chemniter Morgenpost und auch unser Bundeskanzler Frau Merkel
nicht ganz neutral ist. Die Chemnitz Morgenpost hatte berichtet:
"PEGIDA-Krakeeler arbeitet beim LKA!" Chemnitzer Morgenpost -
2018-08-23. Und sie hat ein Foto von dem Demonstrant abgebildet.

"Die Fernsehaufnahmen sind nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela
Merkel erlaubt gewesen. Wer auf eine Demonstration gehe, „muss damit
rechnen, dass er auch durch Medien dabei aufgenommen und beobachtet
wird“, sagte die Kanzlerin am Donnerstag während eines Besuchs in der
georgischen Hauptstadt Tiflis."
<https://www.morgenpost.de/politik/article215154049/Zoff-mit-ZDF-Team-Pegida-Demonstrant-arbeitet-beim-LKA.html>

Aber welche Strafrechtsnorm koennte Aufnahmen von Personen verbietet,
Zivilrecht ist dann eine andere Gechichte?
--
E-Mail: ***@gmail.com | GPG-Key: 0xA5AD0637441E286F
http://pgp.mit.edu/pks/lookup?op=get&search=0xA5AD0637441E286F
Detlef Meißner
2018-08-25 12:31:11 UTC
Permalink
Post by Thomas Homilius
Aber welche Strafrechtsnorm koennte Aufnahmen von Personen verbietet,
Das Aufnehmen von Personen ist keine Straftat, auch wenn der
Hütchenträger das behauptet hat.

So, Thema beendet!

Detlef
Stefan Schmitz
2018-08-25 15:34:26 UTC
Permalink
Post by Werner Holtfreter
| Bei öffentlichen Versammlungen wie Demonstrationen könnten
| Kamerateams und Fotografen grundsätzlich Aufnahmen anfertigen,
| ohne die Einwilligung Einzelner einholen zu müssen.
|
| Einzelne Demonstranten in Großaufnahme im Rahmen von
| Medienberichterstattung zu zeigen, sei aber nur dann möglich, wenn
| es sich um Organisatoren handele – oder um Personen, die durch ihr
| Verhalten besonders auffallen.
www.morgenpost.de/politik/article215162109/Duerfen-Reporter-einfach-Teilnehmer-einer-Demo-filmen.html
Danach war es jedenfalls rechtswidrig, denn durch sein Verhalten ist
der Mann nicht aufgefallen. Sein Protest gegen die Aufnahme kann
man nicht dazu zählen, denn das war eine Folge der fortgesetzten
Aufnahme.
Er durfte gefilmt werden, weil er bei der Demonstration dabei war.
Weil er durch seinen Protest gegen die völlig einwandfreie Aufnahme aufgefallen
ist, durfte er auch im Fernsehen gezeigt werden.

(Um Auffälliges zeigen zu können, muss man vorher auch Unauffälliges filmen.)
Detlef Meißner
2018-08-25 16:04:38 UTC
Permalink
Post by Stefan Schmitz
Post by Werner Holtfreter
Danach war es jedenfalls rechtswidrig, denn durch sein Verhalten ist
der Mann nicht aufgefallen. Sein Protest gegen die Aufnahme kann
man nicht dazu zählen, denn das war eine Folge der fortgesetzten
Aufnahme.
Er durfte gefilmt werden, weil er bei der Demonstration dabei war.
Weil er durch seinen Protest gegen die völlig einwandfreie Aufnahme aufgefallen
ist, durfte er auch im Fernsehen gezeigt werden.
Und jetzt ist er in ganz Deutschland "berühmt". Ich hoffe sehr, dass
seine Frau noch ein altes Nudelholz besitzt. ;-)

Detlef

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